Aktuelle Informationen
Osterwochenende 2026:
Energetischer Wochenausblick zu Ostern 2026:
Stand 1.4.2026
Wind, Sonne und die Preis-Dynamik
Für die kommenden Tage kündigt sich in Westeuropa eine klassische meteorologische „Stabübergabe“ zwischen den Erneuerbaren an: Während die erste Wochenhälfte von dynamischem Wind geprägt ist, übernimmt ab dem Osterwochenende die Photovoltaik das Zepter.
1. Analyse der Stromerzeugung
Phase 1: Die Wind-Dominanz (Mittwoch bis Samstag)
Ein Frontensystem zieht vom Atlantik über die Britischen Inseln und die Benelux-Staaten nach Deutschland.
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Wind: Sehr gute Bedingungen. Besonders am Donnerstag und Freitag frischt der Wind in der gesamten Nordsee-Region, in Norddeutschland und an der französischen Atlantikküste kräftig auf. Erwarten Sie hohe Einspeisewerte von Onshore- und Offshore-Anlagen.
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Sonne: Eher schwach. Die dichte Bewölkung der Frontensysteme sorgt in Westeuropa für unterdurchschnittliche Solarerträge. Kurze Aufhellungen gibt es am ehesten im Süden und Westen Europas.
Aufgrund der aktuellen Windprognose ist am Donnerstag und Freitag, jeweils um 22:00 Uhr MESZ erneut mit signifikanten Sprüngen in der Netzfrequenz zu rechnen (siehe auch "Häufung von Meldungen 22:00 Uhr).
Phase 2: Das Solar-Maximum (Sonntag bis Dienstag)
Ein stabiles Hochdruckgebiet schiebt sich über Mitteleuropa. Das führt zu einem deutlichen Temperaturanstieg auf bis zu 20 °C.
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Sonne: Exzellente Bedingungen. Ab Ostersonntag (05.04.) lockert die Bewölkung von Westen her massiv auf. Montag und Dienstag werden voraussichtlich „Blue Sky“-Tage in weiten Teilen Europas Die Solarstromerzeugung wird hier ihre Peak-Werte des bisherigen Jahres erreichen.
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Wind: Deutlicher Rückgang. Mit dem festgesetzten Hochdruckgebiet sinken die Druckunterschiede. Die Windkraft-Einspeisung wird ab Sonntagmittag spürbar abfallen und am Dienstag ihren vorläufigen Tiefpunkt erreichen.
2. Netzstabilität und Strompreis-Prognose
Zusammenfassung Netzstabilität
Der Zeitraum ab Ostersonntag markiert einen Stresstest für die Übertragungsnetze. Die ausgeprägte Mittagsspitze der Photovoltaik fällt mit einer minimalen industriellen Nachfrage zusammen. Diese kritische Überproduktion kann vom Markt nicht mehr vollständig aufgenommen werden. Anders als in der ersten Wochenhälfte, in der sich Wind und Solar noch ergänzen, führt die solare Dominanz am Osterwochenende zu einem deutlichen Energieüberschuss, der die Netzregelung an ihre Grenzen bringen könnte.
Die Preisprognose (EPEX Spot)
Basierend auf der Wetterlage (erst viel Wind, dann massive Sonne und milde Temperaturen) lässt sich für die Stromgroßhandelspreise in Deutschland und Westeuropa ein klarer Trend ablesen. Da wir uns rund um das Osterwochenende befinden, trifft ein hohes Angebot an erneuerbaren Energien auf eine geringere industrielle Nachfrage. Dies ist die klassische Formel für deutliche negative Strompreise.
Die drei Preis-Phasen:
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Die "Wind-Delle" (Mittwoch bis Freitag):
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Preistrend: Niedriges Niveau ( Ø ca. 40–70 EUR/MWh mit negativen Phasen). Durch die hohe Windfront in der Nordhälfte bleiben die Preise im Keller, besonders in den Nacht- und Morgenstunden.
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Das "Oster-Phänomen" (Samstag bis Montag):
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Preistrend: Extreme Volatilität durch Feiertage, viel Sonne und milde Temperaturen (weniger Heizbedarf).
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Mittags-Crash: Am Sonntag und Montag (05./06.04.) ist zwischen 11:00 und 15:00 Uhr mit Preisen im deutlichen negativen Bereich zu rechnen. Die Photovoltaik wird das Angebot massiv über das Nachfrageniveau heben (deutliche neg. Strompreise in der Mittagszeit).
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Abend-Peak: Sobald die Sonne untergeht, müssen konventionelle Kraftwerke oder Speicher einspringen. Hier werden die Preise kurzzeitig auf 100–150 EUR/MWh hochschnellen (die sogenannte "Duck Curve").
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Der sonnige Dienstag (07.04.):
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Preistrend: Moderat am Morgen, sehr günstig am Mittag, teuer am Abend.
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Einfluss: Die Industrie fährt wieder hoch, aber die Sonne liefert bei 20 °C Rekordwerte. Die milden Temperaturen senken die Residuallast insgesamt, was die Preise im Vergleich zum März drückt.
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Zusammenfassung:
Während die erste Wochenhälfte von einer starken Windkraft-Abdeckung geprägt ist, bieten die Mittagsstunden der Ostertage perfekte Bedingungen für hohen Stromverbrauch. Die Kehrseite sind die Herausforderungen für die Netzstabilität: Die entstehende Überproduktion an Ökostrom muss aktiv gesteuert und ausgeglichen werden.

Bild: Strompreisprognose Ostern 2026 (Erstellt am 1.4.2026 um 18:00 Uhr)
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