Netzfrequenz im Wandel: 15 Jahre-Analyse
Wird unser Stromnetz wirklich unruhiger?
Eine Zusammenfassung der Analyse von Michael Oberhofer zur Netzfrequenz
Die Analyse untersucht die weitverbreitete Annahme, dass die Netzfrequenz in Europa früher stabiler war als heute.
Durch die Auswertung von Datensätzen aus den Jahren 2011 bis 2026 wird deutlich:
Das subjektive Empfinden täuscht nicht – die Frequenzschwankungen haben messbar zugenommen.

Bild: Netzfrequenzanalyse 2011–2026 (15-Min.-Spread-Mittel), Quelle: Michael Oberhofer
Die Kernergebnisse der Analyse
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Messbarer Aufwärtstrend: Die tägliche „Unruhe“ im Netz (gemessen als durchschnittlicher Peak-to-Peak-Wert/Spread) ist von ca. 50 mHz im Jahr 2011 auf über 65 mHz im Jahr 2026 gestiegen.
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Zeitliche Schwerpunkte: Die Schwankungen nehmen vor allem am Vormittag und späten Nachmittag zu. Interessanterweise ist das Netz in den Nachtstunden heute sogar etwas ruhiger als früher.
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Extrema durch Regulierung: Besonders massive Ausschläge treten um 06:00 Uhr und 22:00 Uhr auf. Diese sind primär auf regulatorische Eingriffe zurückzuführen, wie das zeitgleiche Abschalten großer Mengen an Windkraftanlagen (z. B. aus Schallschutzgründen).
Ursachen
Die Zunahme der Volatilität ist kein Zeichen für ein unsicheres Netz, sondern eine Folge moderner Marktmechanismen:
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Marktdynamik: Der 15-Minuten-Handel ermöglicht zwar die Integration erneuerbarer Energien, sorgt aber systembedingt für mehr Bewegung im Netz.
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Synchronisierte Abschaltungen: Harte, zeitgleiche Abschaltungen von Erzeugern belasten das Verbundnetz physisch stark.
Das Fazit:
Das Stromnetz ist zwar „beweglicher“ geworden, bleibt aber sicher. Um die physikalischen Grenzen nicht unnötig zu strapazieren, besteht jedoch Optimierungspotenzial bei der Steuerung und den regulatorischen Rahmenbedingungen.
Die gesamte Analyse von Michale Oberhofer auf:
https://daqopen.com/2026/04/11/netzfrequenz-im-wandel-wird-unser-stromnetz-wirklich-immer-unruhiger/
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