RJ2 Netzfrequenzinfodienst
Meldegruppe 02
Netzfrequenzsprung
Art der Meldung: Erkennung von schnellen, großen und richtungsgleichen Netzfrequenzänderungen
Verbundnetz-Risikoeinschätzung der Meldung :
angespannte bis deutlich angespannte Verbundnetzsituation
Hintergrund:
Ein Netzfrequenzsprung ist definiert als ein steiler, temporärer Verlauf der Netzfrequenz (positiv oder negativ).
Der etablierte Fachbegriff hierfür ist zwar Frequenzgradient (RoCoF), jedoch weichen wir von dieser Bezeichnung ab: Unsere eigene Netzfrequenzsprung-Erkennung stützt sich nicht auf eine schmalbandige, lineare RoCoF-Gradientenauswertung. Stattdessen erfolgt die Netzfrequenzanalyse durch eine fortschrittliche Scannerauswertung.
Unsere Netzfrequenzsprungerkennung ist speziell für dynamische Frequenzverläufe über längere Beobachtungszeiträume optimiert. Dadurch können wir potenzielle Netzfrequenzanomalien sicher und zuverlässig auswerten.
Ein Netzfrequenzsprung tritt unmittelbar nach einer größeren Verbundnetzstörung oder bei ungewöhnlich starken Lastwechseln auf.
Ein erkannter Netzfrequenzsprung versendet zusätzlich nach ca. 5-10 Minuten eine grafische Auswertung des Netzfrequenzverlaufs
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Wir freuen uns, dir mitteilen zu können, dass wir die Erkennung und Auswertung von Netzfrequenzsprüngen von Grund auf überarbeitet und deutlich verbessern konnten.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
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Trennung von Trigger und Level:
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Wir haben den Netzfrequenzsprung (als Sprungtrigger) von der eigentlichen Auswertung (Level) getrennt.
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Zuerst erfolgt nun eine klare Meldung: „Netzfrequenzsprung Trigger x erkannt“.
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In der grafischen Auswertung wird anschließend der zugehörige Level angezeigt. Dieser Level leitet sich direkt vom Maximalwert des Frequenzsprungereignisses ab.
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Erweiterte Level-Anzahl:
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Neu ist die Einführung eines 5. Levels, der die Differenzierung der Ereignisse weiter verfeinert.
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Vorteil für Advance-Abonnenten:
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Als Advance-Abonnent erhältst du ergänzend zur initialen Netzfrequenzsprungmeldung eine unmittelbar folgende, detailliertere Levelauswertung (ohne Grafikauswertung).
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Bild : Ablauf neue Netzfrequensprung-Erkennung

Bild : Übersicht Trigger Netzfrequenzsprung (Meldeauslösung)

Bild : Übersicht Bewertung Netzfrequenzsprung Level (1-5)
Beispiel für eine Netzfrequenzsprungmeldung
Am 03.11.2023 wurde vom Netzfrequenzinfodienst ein Netzfrequenzsprung erkannt und gemeldet:

Die Netzfrequenz ist dabei kurzfristig auf 49,856 Hz gefallen.
Um ca. 16:00 Uhr UTC (17:00 MEZ) war die Netzfrequenz wieder im Normalbereich.
Grund für das Netzfrequenzereignis:
Doppelausfall des Kraftwerks Paluel 2+3 in Frankreich, bei dem 2 X 1333 MW (2,6 GW) an Einspeiseleistung ausfielen.

